Warum richtige Dosierung wichtig ist
Die korrekte Dosierung von Reinigungschemie beeinflusst drei zentrale Bereiche: Reinigungsergebnis, Sicherheit und Kosten. Zu wenig Wirkstoff kann zu unzureichender Reinigung oder Rückständen führen; zu viel bedeutet erhöhte Gefährdung für Anwender, Oberflächen und Umwelt sowie unnötige Mehrkosten. Für kleine und mittlere Reinigungsbetriebe zahlt sich eine systematische Dosierpraxis deshalb schnell aus.
Grundprinzipien vor dem Mischen
Bevor eine Lösung angesetzt wird, prüfen Sie folgende Punkte:
- Herstellerangaben: Empfohlene Konzentrationsbereiche und Anwendungshinweise finden sich auf Produktetikett und Technischem Datenblatt.
- Art der Verschmutzung: Fett, Proteine, Kalk oder mineralische Ablagerungen erfordern unterschiedliche Konzentrationen und Reinigungschemie.
- Oberflächenverträglichkeit: Empfindliche Materialien (Holz, Naturstein, bestimmte Beschichtungen) brauchen neutrale oder speziell formulierte Produkte.
- Wasserbedingungen: Härte und Temperatur beeinflussen Reinigungsleistung – bei hartem Wasser sind manchmal höhere Mengen nötig oder Wasserenthärter sinnvoll.
Dosiermethoden im Vergleich
Gängige Verfahren zur Herstellung von Arbeitslösungen:
- Manuelles Abmessen: Messbecher, Dosierkappen oder Messzylinder. Einfach, flexibel, aber fehleranfällig bei ungeschultem Personal.
- Proportionierer (Dosiereinrichtungen): Fest eingestellte Mischgeräte, die Konzentrate automatisch mit Wasser mischen. Gut für gleichbleibende Konzentrationen bei hohem Durchsatz.
- Dosiereinheiten und Pumpen: Elektrische oder mechanische Pumpen erlauben exakte Mengen und eignen sich für feste Reinigungspläne und größere Objekte.
- Vordosierte Sachets oder Tabs: Minimieren Handhabungsfehler und Gefährdung durch Konzentratkontakt, eignen sich für Standardanwendungen.
Einfach nachvollziehbare Rechenbeispiele
So berechnen Sie die benötigte Menge Konzentrat für eine Arbeitslösung:
Formel: benötigtes Konzentrat (ml) = (gewünschte Konzentration in % / Konzentration des Konzentrats in %) × gewünschtes Volumen (ml)
Beispiel: Sie haben ein Konzentrat mit 25 % und benötigen 1 Liter (1000 ml) einer 1 %-Lösung.
- Benötigtes Konzentrat = (1 / 25) × 1000 = 40 ml
Für andere Volumen dieselbe Rechnung anwenden. Notieren Sie Standardverdünnungen für die häufigsten Arbeitsaufgaben, damit Mitarbeiter schnell und sicher mischen können.
Praktische Tipps zur Umsetzung im Betrieb
- Standardrezepturen erstellen: Legen Sie feste Konzentrationen für Routineaufgaben (z. B. Unterhaltsreinigung, Grundreinigung, Sanitärbereich) mit Angabe von Verbrauchsangaben und Kontaktzeiten fest.
- Farbkodierung und Beschriftung: Nutzen Sie klare Etiketten mit Produktnamen, Verdünnung, Mischdatum und Ablaufdatum der Arbeitslösung.
- Kleine Chargen ansetzen: Bereiten Sie nur die Menge vor, die innerhalb eines Arbeitstags verbraucht wird, um Verlust an Wirksamkeit zu vermeiden.
- Messhilfen bereitstellen: Messbecher, Dosierkappen oder Eichzylinder am Mischplatz griffbereit aufbewahren und regelmäßig auf Beschädigungen prüfen.
Kontrolle und Qualitätssicherung
Regelmäßige Kontrolle verhindert falsche Dosierung und dokumentiert Verbrauchswerte:
- Verbrauch pro Fläche ermitteln: Messen Sie, wie viel Liter Arbeitslösung für eine definierte Fläche benötigt werden (z. B. Liter / m²) – so erkennen Sie Abweichungen im Verbrauchsverhalten.
- Messgeräte nutzen: Für bestimmte Produkte gibt es Teststreifen, Messsonden oder Leitfähigkeitsmessgeräte, die Hinweise auf korrekte Konzentration geben können. Wählen Sie das passende Kontrollmittel zum Produkt.
- Stichproben und Checklisten: Führen Sie regelmäßige Kontrollen durch und dokumentieren Sie Ergebnisse in Checklisten, damit Abweichungen nachvollziehbar sind.
Sicherheits- und Umweltschutzaspekte
Sicheres Arbeiten beginnt beim richtigen Umgang mit Konzentraten:
- Persönliche Schutzausrüstung: Handschuhe, Schutzbrille und ggf. Schürze tragen, solange mit konzentrierten Produkten gearbeitet wird.
- Belüftung und Sauberkeit am Mischplatz: Kein Rauchen, keine Lebensmittel am Mischplatz. Verschüttetes Konzentrat sofort reinigen.
- Kompatibilität beachten: Konzentrat niemals ungeprüft mischen. Säuren und Laugen sowie chlorhaltige Produkte dürfen nicht kombiniert werden.
- Lagermanagement: Koncentrate sicher, gekennzeichnet und nach dem "First In, First Out"-Prinzip lagern. Verpackungsrückstände fachgerecht entsorgen.
Schulungen und Verfahrensanweisungen
Nur geschultes Personal erzielt zuverlässig gute Ergebnisse:
- Einweisung: Neue Mitarbeiter sollten eine praktische Einweisung am Mischplatz erhalten, einschließlich Hands-on-Übungen zur Dosierung.
- Schriftliche Arbeitsanweisungen: Halten Sie Standardarbeitsanweisungen (SOP) für jede Reinigungsaufgabe bereit, inklusive Mischanleitung, Kontaktzeit und Schutzhinweisen.
- Regelmäßige Auffrischung: Mindestens einmal jährlich oder bei Produktwechsel sollten Auffrischungen und Kontrollen stattfinden.
Wirtschaftlich denken: Verbrauchskennzahlen
Eine einfache Wirtschaftlichkeitskontrolle:
- Ermitteln Sie den jährlichen Verbrauch an Konzentrat in Litern.
- Teilen Sie die Kosten durch die tatsächlich gereinigte Fläche oder Anzahl der Objekte.
- Vergleichen Sie Werte vor und nach Einführung verbesserter Dosierverfahren (z. B. Proportionierer).
Schon kleine Einsparungen bei der Dosierung summieren sich über mehrere Objekte und Monate zu spürbaren Kostenvorteilen.
Abschließende Handlungsempfehlungen
Praktisch umsetzbare Schritte für den Einstieg:
- Erstellen Sie eine Liste der verwendeten Konzentrate mit empfohlenen Verdünnungen.
- Richten Sie einen festen Mischplatz mit Messwerkzeugen und Etikettiermaterial ein.
- Führen Sie eine kurze Schulung für alle Mitarbeitenden durch und dokumentieren Sie die Einweisung.
- Starten Sie eine einfache Verbrauchsüberwachung (Liter/m²) und kontrollieren Sie nach vier bis acht Wochen, ob Anpassungen nötig sind.
Mit klaren Rezepturen, geeigneten Dosierhilfen und regelmäßigen Kontrollen reduzieren Sie Fehler, verbessern Reinigungsergebnisse und senken Kosten – ein direkter Nutzen für jeden kleinen und mittleren Reinigungsbetrieb.
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