Warum richtige Dosierung wichtig ist
Die korrekte Dosierung von Reinigungschemie beeinflusst unmittelbar Reinigungsqualität, Betriebskosten, Arbeitssicherheit und Umwelteinfluss. Zu geringe Konzentrationen führen zu schlechter Reinigung und Nacharbeit; zu hohe Konzentrationen erhöhen Materialbelastung, Gesundheitsrisiken und Kosten. Für Inhaber, Objektleiter und Einsatzkräfte lohnt es sich, Dosierprozesse systematisch zu gestalten und zu überprüfen.
Grundlagen: Begriffe und Rechenwege
Begriffe einfach erklärt
Konzentration: Verhältnis von Reiniger zu Wasser, oft als Verdünnung (z. B. 1:50) oder als Menge pro Liter (z. B. 20 ml/L) angegeben. Dosiereinheit: Milliliter, Liter oder Prozentangabe. Hersteller geben meist konkrete Werte auf Etikett oder technischen Datenblättern an.
Einfach rechnen
Umrechnung zwischen Verhältnis und Volumen:
- 1:50 = 1 Teil Reiniger auf 50 Teile fertige Lösung = 20 ml Reiniger pro Liter Arbeitslösung
- 1:100 = 10 ml/L
- 1:10 = 100 ml/L
Praktische Formel: ml Reiniger pro Liter = 1000 / Verdünnungsfaktor. Beispiel 1:25 → 1000/25 = 40 ml/L.
Praktische Dosiermethoden
Manuelle Messmittel
Für viele Objekte reichen einfache Hilfsmittel:
- Messbecher mit Skala (10–1000 ml)
- Dosiereimer/-kanne mit Markierungen
- Dosierlöffel oder Einwegspritzen für kleine Mengen
Vorteil: günstig und flexibel. Nachteil: Fehleranfällig bei hektischer Anwendung. Immer sauber ablesen und nach Gebrauch trocknen.
Halbautomatische und automatische Systeme
Für wiederkehrende Objekte und größere Verbrauchsmengen sinnvoll:
- Dosierpumpen an Kanistern, die pro Hub eine definierte Menge liefern
- Proportionalmischer, die automatisch das Konzentrat mit Leitungswasser mischen
- Vorportionierte Sachets oder Tabs (sicher in der Handhabung, geringe Fehlerquote)
Diese Systeme reduzieren Messfehler und verbessern Reproduzierbarkeit. Sie erfordern Wartung und eine Einweisung des Teams.
Typische Anwendungsbeispiele und Empfehlungen
Hinweis: Immer die Herstellerangaben und Produktsicherheitsdaten (Sicherheitsdatenblatt) beachten. Die folgenden Beispiele sind typische Praxiswerte als Orientierung und ersetzen nicht die Produkthinweise.
Unterhaltsreinigung von Hartböden
Neutral- oder Grundreiniger werden häufig in niedrigen Konzentrationen eingesetzt. Ein übliches Beispiel:
- Verdünnung 1:50 → 20 ml Reinigungskonzentrat pro Liter Wasser
- Verbrauch: ca. 0,05–0,15 l Arbeitslösung pro m² (50–150 ml/m²), je nach Boden und Verschmutzung
Praxisrechnung: Ein Liter Konzentrat zu 8,00 € ergibt bei 1:50 insgesamt 50 Liter Arbeitslösung. Kosten Arbeitslösung = 8,00 €/50 = 0,16 €/L. Bei Verbrauch 0,1 L/m² entstehen 0,016 € pro m² Reinigungslösung (1,6 Cent/m²).
Sanitär- und Kalkentfernung
Stark säurehaltige Reiniger werden meist konzentrierter eingesetzt, häufig als Spot-Behandlung. Dosierung hier strikt nach Hersteller. Nie mehrere Säuren mischen und immer geeignete Schutzausrüstung verwenden.
Desinfektionsmittel
Bei Desinfektionschemie ist exakte Dosierung besonders wichtig für Wirksamkeit und Arbeitssicherheit. Herstellerangaben sind bindend. Wenn möglich, fertige Gebrauchslösungen oder genau arbeitende Dosiersysteme verwenden und Ablaufzeiten sowie Einwirkzeiten dokumentieren.
Kontrolle der richtigen Konzentration
Sicht- und Funktionskontrolle
Achte auf einfache Indikatoren:
- Schaumbildung (bei manchen Produkten) — zu viel oder zu wenig Schaum kann auf falsche Dosierung hinweisen
- Sichtbar sauberer Schwamm/Pad nach Wischen
- Materialverträglichkeit: wenn Oberflächen matte Stellen oder Ablagerungen zeigen, prüfen
Messmethoden
- Teststreifen für Leitwert oder spezielle Reagenzien, die Konzentration in der Gebrauchslösung anzeigen
- pH-Messung bei Produkten, wo ein bestimmter pH-Bereich gefordert ist
- Einsatz von Durchflusszählern oder Mengenmessern an Dosierpumpen
Regelmäßige Stichproben helfen, Abweichungen frühzeitig zu erkennen.
Typische Fehler und wie man sie vermeidet
- Falsches Ablesen: Klare Messbecher verwenden, auf ebener Fläche ablesen.
- Verwechslung von Produkten: Einheitliche Lagerung, klare Etiketten, Farbcodierung für Kanister.
- Unregelmäßige Wasserhärte: Kalkhaltiges Wasser verändert Wirksamkeit; bei hartem Wasser evtl. höhere Dosierung oder kalkverträgliche Produkte wählen.
- Unzureichende Schulung: Regelmäßige Einweisung, schriftliche Dosieranweisungen am Einsatzort.
- Alte oder verstopfte Dosiersysteme: Wartungsplan für Pumpen und Mischgeräte.
Organisation, Dokumentation und Schulung
Einfach umsetzbare Maßnahmen verhindern Fehler und sparen Kosten:
- Erstelle für jedes Objekt eine kurze Dosieranweisung mit Produktname, Mischungsverhältnis, Verbrauchswert und besonderer Hinweise.
- Beschrifte Kanister und Arbeitsbehälter deutlich mit Konzentration und Datum der Mischung.
- Führe eine kurze Einweisung für neue Mitarbeitende durch und wiederhole sie regelmäßig.
- Dokumentiere Auffälligkeiten und Anpassungen — z. B. bei wechselnder Wasserhärte oder neuen Oberflächen.
Fazit: Mit einfachen Regeln Sicherheit und Wirtschaftlichkeit erhöhen
Richtige Dosierung zahlt sich aus: Sie sichert Reinigungsqualität, reduziert Kosten, schont Materialien und senkt Gesundheits- und Umweltbelastungen. Setzen Sie auf standardisierte Produkte, geeignete Mess- oder Dosiersysteme, klare Anweisungen am Arbeitsplatz und regelmäßige Kontrollen. Kleine Investitionen in Mess- und Dosiertechnik sowie Schulung amortisieren sich schnell durch geringeren Verbrauch und weniger Reklamationen.
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