Warum exakte Reinigungszeiten wichtig sind
Reinigungszeiten beeinflussen Preisangebot, Personaleinsatz, Qualität und Kundenzufriedenheit. Zu knapp kalkulierte Zeiten führen zu Überlastung und Qualitätsverlust, zu großzügige Zeiten verteuern Angebote unnötig. Ziel ist eine belastbare, leicht anpassbare Grundlage, die den betrieblichen Alltag widerspiegelt.
Grundprinzipien vor dem Messen
Bevor Sie Zeiten erheben, sollten Sie drei Punkte klären:
- Leistungsbild definieren: Welche Tätigkeiten gehören zur Leistung (Wischen, Staubwischen, Papiernachfüllung, Kontrolle)?
- Qualitätsniveau festlegen: Welche Ergebnisse sind erwartet (Sichtreinigung, hygienische Reinigung, Grundreinigung)?
- Rahmenbedingungen dokumentieren: Öffnungszeiten, Zugang, Lagerorte, Maschinenverfügbarkeit und Reinigungsmittel.
Schrittweise Methode zur Zeiterhebung
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Objekt- und Aufgabenanalyse
Erfassen Sie alle Bereiche und Tätigkeiten. Beispiel: Bürofläche, Flure, WCs, Teeküche, Glasflächen. Schreiben Sie pro Bereich die einzelnen Arbeitsschritte auf (Mülleimer leeren, Boden wischen, Armaturen desinfizieren).
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Stichproben messen
Nutzen Sie Stopuhr und notieren Sie Zeiten für einzelne Tätigkeiten oder Bereiche. Empfehlenswert sind mehrere Messungen zu unterschiedlichen Tagen und Uhrzeiten, um Schwankungen abzubilden. Arbeiten Sie mit Kurzaufzeichnungen (z. B. 5–10 Wiederholungen pro Tätigkeit).
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Richtwerte mitteln
Ermitteln Sie für jede Tätigkeit einen Durchschnittswert und eine Standardabweichung. Bei kleinen Betrieben genügt oft der Mittelwert plus ein Sicherheitspuffer von 10–20 % für Schwankungen.
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Zusatzzeiten berücksichtigen
Planen Sie Zeiten für Wege, Einrichtung, Materialnachnahme, Maschinenauf- und -abbau sowie Pausen ein. Übliche Posten sind:
- Wege innerhalb des Objekts: 5–15 % der Nettoarbeitszeit
- Geräteaufbau/-reinigung: abhängig von Maschinentyp, typ. 5–10 Minuten pro Einsatz
- Materialnachnahme und Nachbestückung: 3–8 %
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Schicht- und Teamfaktoren
Bei Teamarbeit addieren sich Koordinationszeiten (Übergaben, kurze Besprechungen). Planen Sie zudem Reservezeit für Krankheits- oder Urlaubsvertretung.
Konkretes Rechenbeispiel
Beispielobjekt: Büroetage 1.000 m² mit 4 WCs und einer Teeküche. Aufgabenbild: tägliche Unterhaltsreinigung, 5 Tage pro Woche.
- Flächenreinigung Büroräume (Staubsaugen/Wischen): gemessener Mittelwert 0,8 Minuten pro 10 m² → für 1.000 m²: 80 Minuten
- Flure und Eingangsbereich: 15 Minuten
- WCs (4 Stück): je 12 Minuten inklusive Hygienearbeiten → 48 Minuten
- Teeküche: 10 Minuten
- Restliche Aufgaben (Müll, Glasreinigung spot, Papiernachfüllung): 10 Minuten
Summe der reinen Tätigkeiten: 163 Minuten (2 Stunden 43 Minuten). Zusatzzeiten:
- Wege/Transport im Objekt: 12 % von 163 ≈ 20 Minuten
- Geräteaufbau und Materialnachnahme: 10 Minuten
- Koordination/Übergabe: 5 Minuten
Gesamtarbeitszeit pro Einsatz: 198 Minuten ≈ 3 Stunden 18 Minuten. Mit einem Puffer von 15 % für unvorhergesehene Ereignisse: 3 Stunden 48 Minuten. Daraus ergibt sich ein realistischer Personaleinsatz von einer Vollkraft für den täglichen Einsatz, oder für die Einsatzplanung z. B. 3,8 Stunden pro Reinigungstageinheit.
Tipps zur Umsetzung und Prüfung
- Regelmäßige Nachmessungen: Führen Sie monatliche oder vierteljährliche Stichproben durch, um Veränderungen im Verbrauch oder in der Objektstruktur zu erfassen.
- Standardisierte Checklisten: Legen Sie für jede Objektart eine Checkliste an, damit Messungen vergleichbar sind und Beschäftigte klare Vorgaben haben.
- Mitarbeiter einbinden: Erklären Sie den Zweck der Messungen. Beteiligung erhöht Akzeptanz und liefert zusätzliche Hinweise zu Arbeitsabläufen.
- Elektronische Zeiterfassung: Setzen Sie einfache Apps oder Tabellen für die Erfassung ein. Das erleichtert Auswertungen und Anpassungen.
- Maschinenzeiten separat erfassen: Laufzeiten von Maschinen (Scheuersaugmaschinen, Einscheibenmaschinen) beeinflussen die Produktivität deutlich. Messen Sie Fahr- und Arbeitszeiten getrennt von Handtätigkeiten.
Besondere Einflussfaktoren und wie man sie handhabt
- Verschmutzungsgrad: Ob leichte tägliche Verschmutzung oder intensive Verschmutzung nach Veranstaltungen — definieren Sie Kategorien (leicht, mittel, stark) und passen Sie Zeiten entsprechend an.
- Gebäudegeometrie: Viele kleine Räume erhöhen Wegezeiten. Berücksichtigen Sie das beim Faktor "Wege".
- Zugangsregelungen: Muss ein Objekt verschlossen oder exzentrisch erreichbar sein? Planen Sie zusätzliche Zeit für Schlüsselverwaltung oder Sicherheitskontrollen.
- Frequenz der Reinigung: Häufigere Reinigungen reduzieren Reinigungszeiten pro Einsatz, seltene Reinigungen erhöhen sie.
Von der Zeitermittlung zum Angebot
Nutzen Sie die ermittelten Stunden als Grundlage für Preisangebote. Rechnen Sie nicht nur die Arbeitszeit, sondern auch Lohnnebenkosten, Fahrtzeiten, Material- und Maschinenkosten sowie eine betriebliche Gewinnmarge ein. Dokumentieren Sie die Grundlagen im Leistungsverzeichnis, damit später Anpassungen nachvollziehbar sind.
Abschließende Empfehlungen
Die verlässlichste Kalkulation entsteht aus eigenen Messdaten. Beginnen Sie mit überschaubaren Stichproben, standardisieren Sie Tätigkeiten und prüfen Sie regelmäßig. So erhalten Sie belastbare Zeiten, die sowohl operative Planung als auch Angebotskalkulation vereinfachen und zu zufriedenen Kunden sowie motivierten Mitarbeitenden führen.
Arbeitsabläufe digital zusammenführen.
ZeitSuite verbindet Arbeitszeit, Objekte, Teams und Berichte in einer Oberfläche.
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